Neue Saison, neues Glück?

Manchmal ist es wie in der Formel 1: Wir müssen mit dem Vorjahresmodell starten. Oder um es anders auszudrücken, die Detailverbesserungen werden erst in der bewährten Umgebung getestet. Die größte Änderung ist, die wegen der Hinterachs-Sitzposition eingebaute längere (Florett) Schwinge. Ein wenig Übersetzungsgetüftel und eine offene Leerlaufdüse (Asche auf mein Haupt) vervollständigen das Bild. Die Lampe ist schon für das Schwarmer Rennen dran, im Moment aber noch ohne Funktion. Mal abgesehen davon, dass die Startnummer schön drauf passt.

Fertig ist die 2002Evo und ab nach Halbemond. Schön wäre es gewesen. Drei Fahrer waren wir, einer passt aufs Kind auf, einer kauft Möbel für das neue Haus und einer alleine fährt nicht hin. Also nächstes Jahr, auf ein Neues.

Als nächstes Rennen liegt unser Heimat-Grand-Prix an, die Strecke ist genauso grausam für die Handgelenke wie letztes Jahr. Das Schönste an diesem Rennen ist, dass das Biertrinken nach dem Fahren länger dauert als das Fahren selbst. Wobei dieses Jahr der Bierkonsum schon nach 50 Minuten erheblich anstieg. Nach absolut problemlosen Fahren löste sich die Befestigungsschraube in der Kupplung (kein Vortrieb mehr). Zu dem Zeitpunkt hatten wir schon 107 Runden hinter uns gebracht. Der Sieger brachte es auf 265 Runden, der Zweite auf 250 Runden in 2 Stunden. Kann ja jeder selbst hochrechnen. Somit war für uns nicht mehr als der 2. Platz von hinten drin. Also nächstes Jahr, auf ein Neues.

So endlich war es soweit, der neue Motor ist fertig, eingebaut und 20km eingefahren. Also ab nach Hoope. Der Kurs war ein Misch zwischen Enduro- und Cross-Strecke. Die Testrunden zeigten schnell, dass der Kurs recht anstrengend ist und führte nebenbei zu einem Plattfuß am Hinterrad (zu wenig Luft mit zuviel Leistung). Auf einem Endurogelände gibt es eigentlich immer jemanden der solche 'Ersatzteile' dabei hat. Also neuen Schlauch rein und Rennstart. Begonnen hat alles wie immer: Ohne Probleme. Aber nach cirka einer halben Stunde begann der Fehlerteufel zu wüten. Als erstes sprang die Kette ab und wickelte sich dabei um das Ritzel bis der Motor blockierte Klicken zum vergrößern. Nachdem Nachspannen nichts mehr brachte, neue Kette montiert und weiter. Die Kette musste dann im Laufe des Rennen mehrfach gespannt werden, da auch sie nach einiger Zeit absprang. Dabei wurde wahrscheinlich das Ritzel in Mitleidenschaft gezogen Klicken zum vergrößern. Als Fehler dachten wir zuerst, dass die Kupplung verbrannt ist, also Nachstellen. Aber Nichtsda, 'nur' ein neues Ritzel drauf und Kupplung wieder zurück. ... und die anderen zogen weiter ihre Runden...  Während der ganzen Schrauberei sind wir auch noch manchmal gefahren. Mit zunehmender Fahrtdauer immer schlechter und somit auch wenig Zeit zum Bilder machen. Der Motor überfettete im Schiebebetrieb. Nach verschiedenen Heilungsversuchen, gab es nur noch die Lösung in den Ersten Gang zurück, den Motor aufheulen lassen und dann weiter im Zweiten. Bedeutete im Endeffekt, dass auf den Geraden die Post abging und beim Rausbeschleunigen aus den Kurven wir von allen stehen gelassen wurden. Somit endete das Rennen auf letzten Platz, von denen die in die Wertung gekommen sind. Also nächstes Jahr, auf ein Neues.

Mit kleinerer Leerlaufdüse, einer Kettenführung und Licht ging es dann nach Schwarme. Yeah, geht wie Gift. Nur noch das Fahrwerk sollten wir uns im Winter vornehmen. Bevor es überhaupt losging, fiel Matthias der Lenker der Nummer 13 auf den Latschen. Motorradstiefel anziehen und ab zum Start mit Zündkerze in der Hand. Die ersten 15-20 Runden liefen sehr gut, bis der Motor auf einmal nicht mehr wollte. Alles nachgesehen und nichts gefunden. Eventuell lag es an einem festsitzendem Kolbenring. Mit höherem Standgas und durch Andrehen mit der Hand ließ sich der Motor nach langem Schrauben dann doch noch wieder zum Leben erwecken. In der 35. Runde war es dann ganz vorbei. Ein Gewinde am Schaltgriff hinüber, sowie ein Kurbelwellenschaden. Die anderen Teilnehmer drehen dann noch weiter im Dunkeln ihre Runden. Wir haben uns schon auf den Heimweg gemacht. Also nächstes Jahr, auf ein Neues.

Geplant waren noch die 4h in Martfeld und 12h in Bohnhorst. Beide Rennen mussten wir sausen lassen. Wobei zum Gucken war man ja da: In Martfeld hätte es wahrscheinlich den Motor aus Staubgründen wieder zerpflückt. Bohnhorst ist für uns der krönende Abschluß dieser Saison. Wir haben zwar nicht teilgenommen, aber laut Ergebnisliste, einen hervorragenden 83. Platz von 101 Startern herausgefahren ohne einen Defekt an Mensch und Maschine! Deshalb an dieser Stelle Danke an die unbekannten Starter. Wir bekommen von Euch noch das Startgeld ;-))))))

Um die Saison 2003 auf den Punkt  zu bringen: Viel Geld ausgegeben und jetzt mit vielen Ideen für das Jahr 2004 (kosten noch mehr) die Saisonvorbereitung starten. Also nächstes Jahr, auf ein Neues.

 

Last update: 2004-04-03